Antistigma

Psychisch kranke Menschen werden auch heute noch nicht als gleichwertig mit anderen Erkrankten gesehen. Um der weiteren Verbreitung des Stigmas der psychischen Erkrankungen entgegen zu wirken, wurde die Schizophrenie als die wahrscheinlich am meisten stigmatisierte Erkrankung, als Trägermedium für eine weltweite Offensive verwendet. Bekannte Vorurteile wie die, dass Schizophrenie-Betroffene eine „gespaltene Persönlichkeit“ hätten oder die Krankheit unbehandelbar sei, halten sich hartnäckig in der Bevölkerung. Noch immer werden Schizophrenie-Kranke ausgegrenzt und diskriminiert, obwohl weltweit rund ein Prozent aller Menschen an schizophrenen Störungen erkranken.

​Im Zuge der Bemühungen, die falschen Vorstellungen über schizophrene Störungen zu überwinden, hat die World Psychiatric Association (WPA), der Weltverband für Psychiatrie, eine weltweite Anti-Stigma-Kampagne initiiert (www.Openthedoors.com). Die Kampagne, welche die zahlreich verbreiteten Mythen und Missverständnisse, die sich um die Schizophrenie ranken, zerstreuen und die Diskriminierung reduzieren soll, wurde weltweit in mehr als 80 Ländern umgesetzt.

Neben der intensiv lancierten generellen Öffentlichkeitsarbeit ist eine Umsetzung sowohl regional, als auch auf bestimmte Zielgruppen bezogen, nötig.
Für die Steiermark wurde deshalb von Seiten des Amtes der Stmk. Landesregierung, der Dachverband der sozialpsychiatrischen Vereine und Gesellschaften Steiermarks federführend mit der Durchführung des Projektes Schizophrenie - Die Krankheit verstehen - ein Informations- und Aufklärungsprojekt an Schulen in Kooperation mit der Psychiatriekoordinationsstelle des Landes Steiermark, betraut.
Im Schuljahr 2001/2002 wurde das Schulprojekt erstmals an allen steirischen AHS durchgeführt und seit dem Schuljahr 2002/2003 wird es auch an BHS kontinuierlich angeboten.
Das Projekt wurde 2007 auch auf die Krankheit Depression ausgedehnt und seither kontinuierlich lanciert.
 
Mit dem steirischen Schul-Projekt sollen durch Aufklärung jene Vorurteile entkräftet und durch Wissen ersetzt werden, die im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und vor allem gegenüber psychisch Erkrankten nach wie vor bestehen. Die damit verbundene Zielsetzung ist, durch den direkten Kontakt mit Betroffenen die Einstellung von SchülerInnen als heranwachsende Generation und in ihrer Funktion als wichtige MultiplikatorInnen in Bezug auf psychische Krankheiten zu verändern.
Zu diesem Zweck werden den steirischen höheren Schulen ab der 9. Schulstufe Unterrichtseinheiten angeboten, die jeweils von einem professionellen und einem selbst betroffenen Referenten gestaltet werden. Das Projekt wurde in Absprache mit dem Landesschulrat für Steiermark initiiert und von diesem als schulpädagogisch äußerst wertvoller und wichtiger Beitrag zur Aufklärungs- und Informationsarbeit im psychosozialen Bereich bewertet.
Neben dem Langzeiteffekt der allgemeinen Einstellungsveränderung soll dieses Projekt auch helfen, Schwellenängste abzubauen, denn immer noch wird viel zu spät professionelle Hilfe.

Über die interaktive Website www.antistigma.at  können Termine für Schulvorträge gebucht werden.

Kontakt

Dachverband der sozialpsychiatrischen Trägervereine und Gesellschaften Steiermarks  
0680 / 2163265  
Montag - Freitag 08:00 - 12:00 Uhr