Seelische Gesundheit und psychosoziale Versorgung von Männern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet seelische Gesundheit als „einen Zustand des Wohlbefindens, in dem sich Frauen und Männer ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst sind, mit normalen Stresssituationen umgehen, produktiv und erfolgreich arbeiten können und fähig sind, einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten."

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Laut WHO hat das Geschlecht großen Einfluss auf die seelische Gesundheit. Frauen und Männer haben andere Stärken und Krankheitsrisiken, zeigen unterschiedliche Symptome, sprechen unterschiedlich auf Behandlungsmethoden an, bewältigen Krankheiten und Krisen mit unterschiedlichen Mitteln. Sie bekommen auch unterschiedliche Diagnosen gestellt und werden ungleich versorgt: Frauen erhalten schneller Psychopharmaka, Beschwerden von Männern werden eher als somatisch diagnostiziert.
 

Risiken

Kritische Phasen und Faktoren sind die Pubertät, v.a. aber auch Phasen der Arbeitslosigkeit oder aber Krankheit. Besonders betroffen sind Migranten: Männer in einer unsicheren Aufenthaltssituation, mit erhöhtem Armutsrisiko und oft traumatischen Erfahrungen durch Verfolgung und Flucht sind mit so vielen existentiellen Problemen konfrontiert, dass sie die vorhandenen internen Ressourcen schwer als Schutz für ihre Gesundheit einsetzen können.​