Aufsuchende sozialpsychiatrische Betreuung von Menschen in Notschafstellen und Flüchtlingshäusern der Caritas

Mit dem Pilotprojekt „Sozialmedizinische Beratung für Menschen in Notschlafstellen, Obdachlosenheimen und ähnlichen Einrichtungen" wurde in der Steiermark ein Angebot lanciert, das ergänzend zu den bereits etablierten sozialpsychiatrischen und medizinischen Einrichtungen als besonders niederschwelliges Angebot fungieren soll.

​Zielgruppe sind Flüchtlinge, Asylwerber, Obdachlose und andere Randgruppen – also Menschen, für die die bereits vorhandenen sozialpsychiatrischen Einrichtungen unter Umständen noch zu hochschwellig sind. Denn die Barrieren für Menschen aus den definierten Zielgruppen liegen, neben sozialen und kulturellen, vor allem in sprachlichen Belangen; darüber hinaus sind soziale Einrichtungen der geplanten Art in den Herkunftsländern nicht vorhanden bzw. werden aus Angst vor Stigmatisierung nicht genutzt.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist der mobile Charakter des Betreuungsangebotes – er gewährleistet, dass die definierte Zielgruppe – trotz der beschriebenen Barrieren – von Seiten der BetreuerInnen erreicht werden kann!

Denn die Erfahrungen zeigen, dass die beschriebene KlientInnengruppe aus den eingangs beschriebenen Gründen von sich aus kein Betreuungsangebot wahrnimmt. Um sie zu erreichen, ist eine mobile und niederschwellige, nachgehende Versorgung absolut erforderlich.

Regelmäßige sozialmedizinische Beratung und Betreuung wird in folgenden Einrichtungen in der Stadt Graz angeboten werden:


Die psychischen Auffälligkeiten und psychiatrischen Erkrankungen stehen meist in unmittelbarem Zusammenhang mit Reaktionen auf akute Traumen, wie Flucht und Folter (posttraumatisches Stresssyndrom), sind Folgeerkrankungen auf Alkohol- und Drogenkonsum oder sind psychiatrische Grunderkrankungen, die letztlich zum sozialen Abdriften geführt haben.

Ziel des Projektes ist es, innerhalb des bestehenden Systems dem betroffenen Personenkreis, die ohne dieses mobile Betreuungsangebot durch den Rost unseres Gesundheitssystems fallen würden, sozialmedizinische/psychiatrische Akutversorgung anzubieten bzw. mit den betreuten Personen einen respektvollen und erreichbaren Weg zur Verbesserung der individuellen Lage zu erarbeiten. In zahlreichen Fällen können damit stationäre Aufenthalte verhindert werden.

 Die Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit den HausärztInnen und der Marienambulanz, die während der Öffnungszeiten als Informations- und Koordinationsstelle für allgemeinmedizinische und psychiatrische Fragen fungiert.

Aber auch Kooperationen mit Kriseninterventionszentren, Obdachlosen- und Flüchtlingsbetreuungsstellen, Betreuungsstellen des Landes Steiermark und der Stadt Graz, den Krankenhäusern, Rettung und Polizei finden im Sinne einer gegenseitigen Unterstützung mit Infrastruktur und vorhandenen Ressourcen, wie DolmetscherInnen, TherapeutInnen, usw. statt.